Fazit zur Eurobike
Die wie jedes Jahr mit Spannung erwartete Eurobike, wo sämtliche Hersteller ihre Produkte präsentieren, wurde auch heuer zum größten Teil ihren Erwartungen gerecht. Das Publikumsinteresse, hier vor allem die Wiederverkäufer, sprich dein Händler vor Ort, die Presse und am letzten Tag den Sonntag natürlich der Endverbraucher, war extrem groß. Besonders bei den Herstellern, so daß gar nicht alle eine Ausstellungsfläche erhielten.
Nun zu den Trends: Wie schon in den letzten Jahren dominierte der Werkstoff Carbon in allen Bereichen. Angefangen von den Rahmen bis hin zu den Zubehörteilen wie Lenker, Sättel und Laufräder usw. Selbst im Mountainbikebereich scheint dieses Material Aluminium langsam aber sicher den Rang abzulaufen. Ziemlich jeder namhafte Hersteller hat ein oder mehrere Carbon Hardtails im Angebot. Neu hinzugekommen sind die Carbon Fullys, wo bei manchem Hersteller auch die Hinterbauten aus dem Material gefertigt sind, wodurch man in bisher ungeahnte Gewichtsbereiche vordringt. Typische Hersteller in diesem Bereich sind z.b. Scott, BMC und Cannondale.
Bei den Rennrädern muß man mittlerweile schon suchen um etwas anderes als Carbonrahmen zu entdecken. Allerdings bekamen die Carbonrahmen mehr Farbe und das bis dahin dominierende Schwarz wird zurückgedrängt. Aluminium ist in den low Budget Bereich zurückgedrängt worden, allerdings erlebt ein anderes, schon fast in Vergessenheit geratenes Material eine Auferstehung – nämlich Titan. Es bietet zwar mittlerweile keinen Gewichtsvorteil mehr, es ist sogar schwerer als Carbon, hat jedoch das Image edel und unverwüstlich zu sein. Dies schätzt vor allem das betuchtere Publikum und läßt so das Material wieder auf erleben.
Im Mountainbikebereich erfreuen uns ziemlich alle Hersteller mit sogenannten Enduro Bikes, welche bis zu 180 mm Federweg bieten und dies bei einem akzeptablen Gewicht. Damit ist Fahrspaß pur garantiert, auch bergauf, da die verschiedensten Systeme mit diversen Lockout Funktionen Federwegsbegrenzungen aufwarten, wie natürlich auch bergab wo sie in ihrem Element sind. In diesem Segment scheint es die meisten Neuerungen zu geben.
Die Gabelhersteller überbieten sich gegenseitig mit den unterschiedlichsten Einstellmöglichkeiten an ihren mit immer mehr Federweg ausgestatteten Gabeln. Dies erreichen sie durch dickere Standrohre und vermehrt mit Steckachsen welche trotzdem einen Schnellspanner haben. Dabei scheint Luft, sowohl bei den Gabeln wie auch bei den Hinterbaudämpfern, die gute alte Stahlfeder auch in diesem Segment abgelöst zu haben.
Im Trekkingbereich ist das Elektrofahrrad im Vormarsch. Neue Akkutechnologien ermöglichen größere Reichweiten und kürzere Ladezeiten, und das bei einem nur geringen Mehrgewicht. Noch dazu sind diese Räder mit allen notwendigen Zubehörteilen, auch für längere Reisen ausgerüstet und sind auch optimal um z.b. das Auto auf den Weg zur Arbeit zu ersetzen.
Im Zubehörmarkt, welcher schon bis jetzt ziemlich unüberschaubar war, gibt es noch genug Platz für kleine Hersteller, welche durchaus innovative Produkte für ein gewisses Nieschensegment anbieten, und dadurch den Endkunden die Möglichkeit geben, sein Bike noch individueller zu gestalten und auf seine Bedürfnisse abzustimmen. Auch sind ein paar Hersteller dabei, welche sich bis jetzt auf nur ein paar Zubehörteile beschränkt haben, zum Vollsortimentshersteller zu werden und nehmen dadurch den Markführern, wie z.b. Shimano, Marktanteile weg, z.b. FSA oder SRAM.
Einzig den großen “Kracher”, das Highlight, vermissten wir bei dieser Messe. Vielleicht auch deshalb, weil viele Hersteller, gewollt oder ungewollt, ihre Neuheiten schon vor der Eurobike in diversen Medien veröffentlich haben. So hätte Scott mit ihrem Addict oder Shimano mit ihrer neuen XTR durchaus das Potenzial dazu gehabt.
Alles in allem werden wir im kommenden Jahr wieder viele tolle Produkte bei unserem Händler sehen und auch kaufen können, welche die Lust und Freude aufs biken geben werden. Und darauf kommt es ja schließlich an!